Mentale Blockaden (1): Die verschlossene Schublade
Warum du genau die Schritte meidest, die dich weiterbringen würden, und woran du erkennst, was dich wirklich festhält.
Psalm 139,23-24

Die meisten Menschen scheitern nicht an dem, was sie tun. Sie scheitern an dem, was sie nie beginnen.
Da ist dieser eine Schritt. Du weißt, dass er dich weiterbringen würde. Vielleicht spürst du sogar, dass Gott dich genau dorthin ruft. Und doch weicht etwas in dir zurück. Jedes Mal.
Was ist das, das dich festhält?
Erst erkennen, dann lösen
Eine Blockade lässt sich nicht lösen, solange sie keinen Namen hat. Bevor du gegen sie kämpfst, musst du wissen, wo sie sitzt. Erst dann kannst du ihr etwas entgegensetzen: konkrete Schritte, die genau dorthin führen, wo du bisher ausgewichen bist.
Und dann braucht es Geduld. Dein Inneres formt sich nur durch Wiederholung um. Auch ein Muskel wächst nicht sichtbar nach einem einzigen Training.
„Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne, wie ich’s meine. Und sieh, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege.“
Psalm 139,23-24
Dieses Gebet ist kein frommer Satz. Es ist der Anfang jeder Befreiung. Lass Gott in die Kammern deines Inneren schauen, auch in die, die du selbst lieber verschlossen hältst.
Die Schublade der Erfahrungen
Eine Blockade ist im Grunde ein Muster, das über Jahre in dich hineingewachsen ist.
Irgendwann hast du etwas erlebt, das wehgetan hat. Dein Inneres hat sich diese Erfahrung gemerkt und die Tätigkeit dahinter als gefährlich abgelegt. Gefühl und Urteil wandern in eine Schublade: Negative Erfahrungen.
Diese Schublade öffnet sich jedes Mal, wenn du wieder vor etwas Ähnlichem stehst. Bevor du überhaupt handelst, ist das alte Gefühl schon da. Die Folge: Du meidest den Schritt, um den Schmerz nicht noch einmal zu spüren.
So entstehen Festungen. Nicht aus Stein, sondern aus Erinnerung, Gefühl und Urteil. Und genau gegen solche Festungen richtet sich der geistliche Kampf.
„Denn die Waffen unsres Kampfes sind nicht fleischlich, sondern mächtig im Dienste Gottes, Festungen zu zerstören.“
- Korinther 10,4
Ein Netz, kein Faden
Wir Menschen wünschen uns die eine Antwort. Den einen Grund, die eine Wunde, das eine Gebet, und alles ist gut.
Doch meist ist es verwobener. Hinter einer Blockade steht selten nur eine Ursache. Es ist eher ein Netz. Die erste Ursache, die du entdeckst, ist oft nur der Eingang in einen tiefen Kaninchenbau. Dahinter liegt die nächste, und dahinter noch eine.
Darum hilft abstrakte Theorie wenig. Die drehen wir ohnehin endlos in unseren Gedankenschleifen. Was hilft, ist ein ehrlicher Blick auf ein echtes Beispiel.
Mein Beispiel: der Anruf
Bei mir war es das Telefonieren mit Fremden, die Kaltakquise, das „Cold Calling“.
Ich hatte schon keine Lust darauf, bevor ich jemals einen einzigen Anruf gemacht hatte. Mein Inneres wusste: Dort wartet mit hoher Wahrscheinlichkeit Schmerz. Ablehnung, Kälte, ein Nein nach dem anderen.
Und doch war das noch keine feste Blockade. Die entstand erst, als ich wirklich anrief und die Erfahrung real wurde.
Aber heißt es nicht, man müsse etwas nur oft genug tun, dann verschwindet die Angst?
Nein. Wiederholung allein reicht nicht. Erst das Verstehen schafft Abstand zwischen dem, was dein Körper fühlt, und dem Urteil, das du darüber fällst. Erst wenn du die Ursachen kennst, sie offenlegst und entmachtest, kann Wiederholung dich wirklich befreien.
„Lasst uns aber Gutes tun und nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten, wenn wir nicht nachlassen.“
Galater 6,9
Woran du eine Blockade erkennst
Alles beginnt im Inneren. Die Reaktion des Körpers steht ganz am Ende der Kette. Bei mir waren es tief sitzende Überzeugungen, die das Telefonieren überhaupt erst zu einer Blockade machen konnten.
Darum erkennst du eine Blockade nicht daran, ob du Lust auf etwas hast. Unlust ist noch keine Blockade. Eine Blockade zeigt sich am Körper: Zittern, Stottern, Schwitzen. Das Herz rast, bevor überhaupt etwas geschehen ist.
„Wenn ich mich fürchte, so hoffe ich auf dich.“
Psalm 56,4
Wenn du diese Zeichen an dir bemerkst, dann schäm dich nicht. Sie sind Wegweiser. Sie zeigen dir, wo die Festung steht.
Im nächsten Teil gehen wir an die Wurzeln: Mentale Blockaden (2): Die Sätze, die dich binden
Kurz beantwortet
Häufige Fragen zu „Mentale Blockaden (1): Die verschlossene Schublade“
Was ist eine mentale Blockade?
Ein über Jahre antrainiertes Muster. Nach einer schmerzhaften Erfahrung legt dein Inneres die Tätigkeit als gefährlich ab, wie in einer Schublade. Steht etwas Ähnliches an, öffnet sich die Schublade, und du meidest den Schritt, um den Schmerz nicht noch einmal zu spüren. So entstehen innere Festungen (2. Korinther 10,4).
Woran erkenne ich eine mentale Blockade?
Nicht daran, ob du Lust auf etwas hast. Unlust ist noch keine Blockade. Eine Blockade zeigt sich am Körper: Zittern, Stottern, Schwitzen, Herzrasen, bevor überhaupt etwas geschehen ist. Diese Zeichen sind Wegweiser zu der Stelle, an der die Festung steht.
Hilft es, etwas einfach oft genug zu tun?
Wiederholung allein reicht nicht. Erst das Verstehen schafft Abstand zwischen dem, was dein Körper fühlt, und dem Urteil, das du darüber fällst. Wenn du die Ursachen kennst und entmachtest, kann Wiederholung dich befreien. Dazu braucht es Geduld: „Lasst uns aber Gutes tun und nicht müde werden …“ (Galater 6,9)

